Vereinsgeschichte


Vorwort
Nach dem Krieg 1871 gegen Frankreich und der damit verbundenen Einigung Deutschlands entwickelte sich vermehrt das Vereinswesen in Deutschland. Man kannte schon vielerorts Turn- und Gesangvereine, doch Blasmusikgruppierungen gab es wenige. Im hiesigen Bürgerfreund, einer Tageszeitung, die dreimal in der Woche erschien, finden wir so ab 1890 dürftige Hinweise auf Maulbronner Blasmusiker. Dirigent war Wilhelm Stuber. Dann Ernst Jaggy, Wirt der Gaststätte „Zum Dr. Faust“ wo auch geprobt wurde. Dies war die Stadtkapelle Maulbronn.
 
Nach dem 1. Weltkrieg politisierte sich die Gesellschaft vermehrt und es fanden sich junge Leute, vorwiegend Arbeiter, zum gemeinsamen Musizieren zusammen. Diese Gruppe, welche ab 1923 unter Gustav Haug aus Schmie musizierte, nannte sich Musikverein Maulbronn. Da beide Blasmusikgruppierungen nicht so recht überlebensfähig waren, blieb es 1925 dem  damaligen Stadtschultheißen August Kienzle vorbehalten beide Vereine zu verschmelzen. In der neuen Musikervereinigung hatten die recht jungen Musiker des aufstrebenden Musikvereins die große Mehrheit. Über 80 Jahre bis 2004 blieb der Vereinsname Musikverein Maulbronn e.V. bestehen, bis dann der Verein umfirmierte in Stadtkapelle Maulbronn e.V..

Lückenlose Aufzeichnungen des 1923 gegründeten Musikvereins waren die Grundlage der folgenden Zusammenstellung. Vereinsunterlagen der ab 1893 erwähnten Stadtkapelle sind leider nicht vorhanden.

Vereinsgeschichte
Der mit einer großen Portion Optimismus und viel Begeisterung 1923 gegründete Musikverein wurde von Wilhelm Jaberg als erstem Vorsitzendem geführt. Wie groß die Liebe der Gründungsmitglieder zur Musik gewesen sein muss, geht daraus hervor, dass jeder dieser aktiv werdenden Volksmusiker selber alte Instrumente kaufte, und jeder von ihnen das Geld aufbrachte, das notwendig war, um den Bestand der Kapelle zu sichern. Und schließlich musste auch der Dirigent bezahlt werden. Anders als heute erfolgte damals die Entlohnung unmittelbar nach der Probe durch Sammlung der Musiker.

 

- Zwei Kapellen waren zuviel
- In der Reihe der Vorstände
- In der Reihe der Dirigenten
- Statt Instrumente Schippe und Haue
- Schwierige Zeiten
- Sechs gingen nach Amerika
- Wiedergründung mit viel Idealismus
- Bau eines Vereinsheims
- Gesamtleistungen beim Bau des Vereinsheims
- Erste Jugendgruppe 1966
- Zweite Jugendgruppe April 1974
- Neue Jugendgruppe Oktober 1980
- 60 jähriges Jubiläum
- Umstellung auf Gasheizung 1992
- 75 jähriges Jubiläum
- Umbau im Vereinsheim 2003
- Parkplatzsanierung 2005
- Neuer Eingangsbereich 2008
- Baubeginn Sanierung und Anbau Vereinsheim 2009
- Neues in der Jugendarbeit
- Kurz und Knapp
 

Zwei Kapellen waren zuviel
So wuchs die Musikvereinskapelle zu einem Klangkörper heran, der mit der Stadtkapelle in einen edlen Wettstreit trat. Beim Musikfest der Stadtkapelle im Jahre 1924 trat die Musikvereinskapelle erstmals vor die Öffentlichkeit und erspielte sich Preis und Anerkennung. Von diesem Zeitpunkt an wurde sie ernst genommen, gleichzeitig aber rang sich die Überzeugung durch, dass zwei Musikkapellen für Maulbronn zu viel sind und es wohl das Vernünftigste wäre, wenn sich die beiden Kapellen zu einer vereinigten. Zu jener Zeit, als die Stadtkapelle von Ernst Jaggy und die des Musikvereins von Gustav Haug aus Schmie dirigiert wurden, erfolgte die Zusammenlegung auf Initiative des damaligen Bürgermeisters August Kienzle innerhalb der Organisationsform des Musikvereins. Das geschah etwa um das Jahr 1926. Von da an wurde das ursprüngliche Gründungsjahr des Musikvereins mit 1923 auch für den gemeinsamen Verein als Gründungsjahr fortgeführt.

Einträchtig spielten ab sofort die alten und die jungen Maulbronner Volksmusiker miteinander, bis die Alten ihre Aufgabe erfüllt sahen. Der Musikkapelle des Maulbronner Musikvereins schien die Zukunft gesichert. Die Aufgaben, die der Musikverein übernommen hatte, wurden in der folgenden Zeit nicht leichter.


In der Reihe der Vorstände:

Wilhelm Jaberg 1923
Eugen Vogel
1924 – 1925
Paul Käfer
1926 – 1930
Wilhelm Veil
1931
Otto Hettich 1932 – 1933
Gustav Frick
1934 – 1938
Andreas Striegel
1949 – 1958
Erich Fauth 1959 – 1989 Ehrenvorsitzender
Siegfried Strobel 1989 – 2004 Ehrenvorsitzender
Werner Anderson 2004 – 2006
Frank Duss
ab 2007


 

 

 

 

 

 

 


In der Reihe der Dirigenten:      

Gustav Haug 1923 – 1929
Paul Gießer
1930 – 1934
Albert Christelly 1949 – 1951
Theo Müller
1952 – 1961
Hans-Jürgen Brandt
1962 – 1978 Ehrendirigent
Rudolf Biniasch 1979 – 1980
Winfried Nieß 1981 – 1990
Dieter Schweikert 1991 – 1995 Ehrendirigent
José Mali 
1996 – 2002
Andreas Dangel
2003 – 2006
Norbert Voll 
2007
Ulrich Seibold
2008
Fabio Croce
2009  2016
Martina Wratsch
ab 2016


Statt Instrumente Schippe und Haue
Unter Vorstand Wilhelm Jaberg hatte der Verein alles getan, sich ein eigenes Probelokal zu schaffen. Die Mitglieder leisteten im Steinbruch freiwillige Arbeit, um die für den Bau notwendigen Steine selbst zu brechen. Sie nahmen Schippe und Haue in die Hand, hoben den Grund aus und wirkten sonst, soweit sie es vermochten, am Bau des Vereinsheimes mit. Obwohl das Heim errichtet wurde, konnte der Musikverein nicht einziehen, sondern musste es veräußern, weil der Grund (heutiges Salzach-Gymnasium), auf dem es stand, nicht erworben werden konnte. Unter Vorstand Otto Hettich erhielt die Kapelle erstmalig eine einheitliche Musikerkleidung. Die Stadt mühte sich ebenfalls, die Kapelle zu erhalten, gab finanzielle Beiträge und machte sie zur Stadtkapelle.
 

Schwierige Zeiten
Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten bekam der Musikverein Maulbronn Probleme. Im März 1933 wurde im Maulbronner Tagblatt bemängelt, dass der Musikverein beim Fackelzug der NSDAP nicht spielte. Der damalige Vorsitzende Otto Hettich wurde auf das Rathaus zitiert und im Beisein des Ortsgruppenführers der NSDAP mit der Forderung konfrontiert, den Musikverein aufzulösen oder einige aktive Mitglieder auszuschließen. Vorstand Otto Hettich sah sich außerdem genötigt zuzusagen, dass sich der Verein zukünftig rückhaltlos den örtlichen vaterländlichen Veranstaltungen und dem sog. Sturmbanner Maulbronn zur Verfügung stellt. In einer außerordentlichen Hauptversammlung im September 1934 wurde beschlossen, dass sich der Verein nicht auflöst, worauf Otto Hettich und der zweite Vorsitzende Karl Kräher zurück traten.

Obwohl danach Gustav Frick (Vorstand von 1934-1938) alles tat, um die Kapelle zusammen-zuhalten, wurde sie immer kleiner. Mehr und mehr ging sie einer krisenhaften Zeit entgegen. Obwohl innerhalb des Musikvereins keine Politik betrieben wurde, kontrollierte das NS-Regime das Repertoire und sichtete das gesamte Notenmaterial. Der Fortbestand des erst zehn Jahre alten Vereins schien wieder in Gefahr. Doch nach anfänglichen Wirrungen und Irrungen mit politisch Andersdenkenden verstand es Gustav Frick, die Gemeinschaft im Verein und dessen Anerkennung in der Gemeinde zu erhalten.
 

Sechs gingen nach Amerika
Unter anderem riss auch die Auswanderung bewährter Kräfte Lücken in die Reihen der Aktiven. Sechs Musikanten gingen nach Amerika, darunter drei mit dem Familiennamen Tischhauser. Auf sieben Mann zusammengeschmolzen hielt sich dennoch die Kapelle so lange, bis die Auflösung aller Vereine 1938 auch ihr ein vorläufiges Ende setzte. Sämtliche Instrumente und das gesamte Notenmaterial wurden auf dem Rathaus zur Aufbewahrung abgegeben, bis einmal wieder ein neuer Anfang gemacht werden konnte.


Wiedergründung mit viel Idealismus

Der neue Aufstieg begann mit der Wiedergründung des Musikvereins im Dezember 1949 auf Initiative des Bürgermeisters Karl Beiswenger. Es war ein Neubeginn aus dem Nichts heraus, denn von den rund 30 auf dem Rathaus hinterlegten Instrumenten waren nur noch vier übrig geblieben. Alle anderen waren der Plünderung und dem Vernichtungswillen während der letzten Kriegstage zum Opfer gefallen. Alles war verloren, nur nicht der Idealismus für die Musik. Mit diesem Kapitel ist der Verein unter der Leitung von Andreas Striegel (Vorstand von 1949-1958) an den Wiederaufbau gegangen.

Den ersten Höhepunkt in der Nachkriegszeit bildete das 30 jährige Bestehen des Musikvereins im Juni 1953, das in Verbindung mit dem 60 jährigen Bestehen einer Musikkapelle in Maulbronn gefeiert wurde. Die zunehmende Aktivität innerhalb des Vereins brachte wiederum ein Problem deutlich zu Tage: da die bisherigen Probelokale nur Notlösungen waren, beschloss der Verein, endlich eine eigene Bleibe zu bauen.


Aktive Musiker waren: Andreas Striegel, Paul Asperger, Eberhard Reim, Karl Hiller, Gustav Kern, Leonhard Domberger, Karl Hiller jun., Alfred Haag, Hugo Belsner, Josef Stifter, Fritz Mößner, Helmut Kieß, Eugen Bader und Rainer Kühlmann.

 

h.l.   Helmut Weissert, Siegfried Gottwald, Hans Hofbauer, Reiner Kühlmann, Winfried Kühlmann.
m.l.   Horst Bader, Karl Hillersen, Gustav Kern, Fritz Krauß, Werner Schweikert, Erhard Binder, Karl Hiller jun., Leonhard Domberger, Hans Müller, Eugen Bader.
v.l.   Willi Helbig, Adolf Gottwald, Andreas Striegel, Theo Müller, Fritz Roller, Josef Stifter, Fritz Mössner.


Bau eines Vereinsheims

An den Wochentagen, abends und samstags tauschten die Mitglieder des Musikvereins ihre Instrumente mit dem Maurerhandwerkszeug. Das Vereinsheim sollte am westlichen Ortseingang gegenüber dem Kunststeingeschäft Postl entstehen. Das Vereinsheim, das ca. 1400 Kubikmeter umfassen sollte, sollte die Form eines aus zwei Baukörpern ineinander-geschobenen Sechsecks erhalten. Durch die Eigenleistung der sich unter der Bauleitung des aktiven Musikers und Kassiers Adolf Gottwald im Wechsel an den Bauarbeiten beteiligten Mitglieder, erhoffte sich der Verein unter damaliger Führung des Vorsitzenden Erich Fauth einen Großteil der Baukosten einzusparen. Einen weiteren nennenswerten Beitrag zur Finanzierung leistete die Stadt mit einem Zuschuss, der durch Spenden der Bevölkerung und örtlicher Gewerbetreibender weiter anstieg.

1970 konnte der Musikverein kurz vor Jahresende nach zehnmonatiger harter Arbeit aller Aktiven sein Übungslokal fertigstellen. Die erste Probe hielt der Musikverein im Beisein von Bürgermeister Karl Lägler ab. In seiner Einweihungsrede führte dieser aus, das Vereinsheim sei ein echter Beitrag, das kulturelle Leben in der Stadt Maulbronn zu fördern.


Gesamtleistungen beim Bau des Vereinsheims

Die Stadt Maulbronn stellte dem Musikverein den Bauplatz für das Vereinsheim zur Verfügung und gab außerdem zu den Baukosten in Höhe von 152.240 DM einen Zuschuss von 40.000 DM. Aktive Mitglieder des Musikvereins leisteten beim Bau des Übungslokals in 6.088 Stunden freiwillige Arbeit, teilweise unter Opferung des Urlaubs, was rund 61.000 DM Lohnkosten einsparte. 307 Sachspenden unterstützten das Projekt, 21 Handwerksbetriebe und Firmen stifteten Baumaterial im Werte von 15.628 DM, die Geldspenden beliefen sich auf 16.000 DM.

Das Vereinsheim enthielt einen bewirtschafteten Gesellschaftsraum mit 70 und einen Musikraum mit 110 Plätzen. Von nun an konnte sich der Musikverein Maulbronn voll und ganz auf die musikalische Weiterbildung konzentrieren.


Erste Jugendgruppe 1966

Von 1966 bis 1969 leitete Hans Lutz die erste Jugendkapelle des Musikvereins Maulbronn. Die Jungmusiker konnten am 11. Juni 1967 bereits schon beim ersten Jugendkritikspiel unseres Kreisverbandes in Bilfingen mit Erfolg teilnehmen. Mit dem Kritikstück "Interludium" erreichten die 25 Jungmusiker damals die Note gut-sehr gut.


Zweite Jugendgruppe April 1974

Unter der Leitung von Werner Schweikert wurde im April 1974 erneut eine Jugendkapelle gegründet. Mit 18 Jungen und sieben Mädchen konnte eine erstaunlich hohe Zahl musikbegeisterter Jugendlicher in die musikalische Obhut genommen werden. Einige Aktiven hatten sich bereit erklärt, die musikalische Ausbildung in Einzel- und Gruppen-unterricht zu übernehmen. Ihren ersten öffentlichen Auftritt bestritt die neugegründete Jugendkapelle am 18. Januar 1976 bei der Jahresfeier des Vereins. Als erfreulichen Nebeneffekt konnte der Verein mittelfristig seine Mitgliederzahl auf 290 steigern, denn 1979 waren es nunmehr nur noch 253 Mitglieder.

Im selben Jahr wurde das Vereinsheim auch als Kindergarten umfunktioniert, als die Räumlichkeiten des städtischen Kindergartens renoviert wurden. Der damalige Vorsitzende Erich Fauth konnte in diesem Jahr sein 20 jähriges Jubiläum ununterbrochener Tätigkeit verzeichnen.


Neue Jugendgruppe Oktober 1980

Am 18. Juli 1980 wurde bei der Ausschusssitzung eine Neuaufstellung einer Jugendkapelle beschlossen. Bis 1. Oktober hatten sich dann 9 Mädchen und 5 Jungen gemeldet, die sich am Montag, den 10. Oktober, mit ihren Eltern und einigen Vorstandsmitgliedern das erste Mal trafen. Der erste Auftritt wurde bei der Jahresfeier am 31.01.1981 unter der Leitung von Dieter Schweikert absolviert.

Von 1981 an trug Siegfried Strobel als Jugendleiter wesentlich zum Ausbau der Jugendarbeit im Verein bei. Er verstand es, neben ehrenamtlichen Ausbildern auch externe professionelle Ausbilder in die Vereinsarbeit zu integrieren. So konnten Musiker teils noch stärker als zuvor gefördert werden. Das Ergebnis dieser Arbeit spiegelt sich bis heute unter anderem in einem ausgezeichneten Hornregister wieder, aus dem sich auch das über unseren Kreisverband hinaus bekannte Maulbronner Hornquartett entwickelte.

Neben dem musikalischen wurde auch das Freizeitangebot verstärkt erweitert. So wurden nach Neugründung der Jugendkapelle mehrere Jahre zu Beginn der Sommerferien einwöchige Freizeiten, u.a. in Kronach, Ravensburg, Stühlingen, der französischen Partnerstadt Valdahon und in Tournai durchgeführt. Hier brachte sich auch unser heutiges Ehrenmitglied Monika Strobel in die Organisation engagiert ein.

Diese Arbeit schuf einen guten Nährboden für die ausgezeichnete musikalische Arbeit des Jugenddirigenten Dieter Schweikert, der das junge Orchester in den folgenden Jahren zu einem bis dahin ungekannten Leistungsspektrum entwickelte, nämlich zu einem Höchststufenorchester, das sich mit Werken wie „Titanic“ präsentierte.
 

60 jähriges Jubiläum
1983 feierte der Musikverein Maulbronn sein 60 jähriges Jubiläum über vier Tage hinweg. Mittelpunkt der Feierlichkeiten war ein großer Festumzug, bei dem rund 3500 Menschen die Straßen säumten. Während des Festabends am 25. Juni 1983 unterhielt der Musikverein Wien-Leopoldau als besondere Gastkapelle die Besucher. Einen Gegenbesuch in Wien-Leopoldau machte das Orchester des Musikvereins in der Zeit vom 28. September bis 1. Oktober 1984.
 

Umstellung auf Gasheizung 1992
Mit umfangreichen Arbeiten wurde 1992 der Heizungsbetrieb im Vereinsheim von Öl auf Gas umgestellt. Die Erneuerung der gesamten Kesselanlage, die Stilllegung des alten Kamins und die Anbringung eines neuen Außenkamins waren notwendig. Außerdem wurde die Gasleitung über das Gebäude Talweg 9 (Getränkemarkt Roller) zum Vereinsheim geführt, da in der Frankfurter Straße keine Anschlussmöglichkeit bestand. Mit der Umstellung auf Gas hat die Vereinsführung schon damals Weitblick bewiesen.


75 jähriges Jubiläum
1998 kamen zum Kreismusikfest zahlreiche Kapellen nach Maulbronn, um mit dem Musikverein das Jubiläum zu feiern, darunter die Musikfreunde aus Hallgarten im Rheingau und das Orchester des Musikvereins Tournai aus Belgien. Neben dem Großen Blasorchester mit 50 Musikern gab es in Maulbronn eine Jugendkapelle mit damals 30 jungen Musikern, eine Schülergruppe und eine Blockflötengruppe. Ein großer Festzug führte beim Festwochenende 26.-29. Juni 1998 die vielen Besucher mit den Festzugsteilnehmern in ein großes Festzelt auf dem Klosterhof, in dem ein stimmungsvolles Unterhaltungsprogramm über 3 Festtage geboten wurde.


Umbau im Vereinsheim 2003
Steigende Schülerzahlen machten es erforderlich neuen Unterrichtsraum zu schaffen. Deshalb wurde 2003 im Obergeschoss die freie Fläche vor dem großen Orchesterproberaum umgebaut und zwei neue Räume wurden geschaffen. Ein Raum fungierte von da an als Notenarchiv für über 1500 Notensätze, der zweite Raum konnte als neuer Unterrichtsraum genutzt werden. Die Arbeiten sind damals komplett in Eigenleistung erfolgt.


Parkplatzsanierung 2005
Ein großer Platz mit Schottersteinen und unzähligen Schlaglöchern, so konnte man den Hof vor dem Vereinsheim bis zur grundlegenden Erneuerung mit Pflastersteinen bezeichnen. Mit Unterstützung der Firma Heinrich und zahlreichen freiwilligen Helfern gelang es unter Führung von Werner Anderson als damaligem Vorsitzenden einen schönen Parkplatz zu schaffen, der nicht nur optisch vorzeigbar war sondern auch dafür sorgte, dass weit weniger Schmutz ins Vereinsheim gelangte, was insbesondere an Regentagen ein Problem war. Auch die Schlaglöcher gehörten nun der Vergangenheit an.


Neuer Eingangsbereich 2008
Komplett neu gestaltet wurde der Eingangsbereich des Vereinsheims im Jahr 2008. Dabei wurde auch ein neuer Raum für ein neues Herren-WC geschaffen. Im alten Herren-WC wurde dafür das neue Frauen-WC untergebracht, das sich zuvor auf nur eine Toilette beschränkte. Außerdem wurde der komplette Flur im Erdgeschoss erneuert und renoviert. Nun erwartet alle Besucher und Gäste im Vereinsheim ein freundlicher und heller Eingangsbereich.


Baubeginn Sanierung und Anbau Vereinsheim 2009

Steigende Schülerzahlen sorgten für weitere Raumnot und die Lagerräume konnten die Festutensilien nicht mehr aufnehmen. Dies bewog die Vereinsführung zur Planung eines Vereinsheimanbaus. Hinzu kam, dass das Vereinsheim in die Jahre gekommen und sanierungsbedürftig war. Vorsitzender Frank Duss stellte deshalb interessierten Mitgliedern in einer Zusammenkunft bereits im November 2007 die Idee und ein Konzept zur Realisierung eines Anbaus und einer grundlegenden Sanierung vor.

Nachdem die Unterstützung der Mitglieder sicher war, was sich auch bei der Hauptversammlung 2008 zeigte, als eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge beschlossen wurde, haben die Baumaßnahmen mit dem Spatenstich am 13. Februar 2009 begonnen und sie wurden 2012 abgeschlossen.

Inklusive Möblierung und den Maßnahmen 2008 wurden rund 300.000 Euro investiert. Ein mutiges Vorhaben, das nur dank der Unterstützung der Stadt mit einem Zuschuss von 50.000 Euro und dank zahlreicher Spender und Förderer möglich war. Der Umbau wäre auch nicht in diesem Umfang möglich gewesen ohne den unermüdlichen Einsatz von Wolfgang Gäbisch, der folgerichtig zum Ehrenmitglied ernannt wurde.
 

Neues in der Jugendarbeit

An die umfassende Jugendarbeit von Siegfried Strobel knüpfte Volker Duss als Jugendleiter ab dem Jahr 2000 bis 2013 an. Mit dem Ausbau aller Ausbildungsbereiche, wozu auch die Gründung der Musikalischen Frühförderung zählte, welche mit Karin Storch als Leiterin ein Aushängeschild unseres Vereins wurde, zählt die Vereinsjugend nun bis zu 150 Musikerinnen und Musiker.


Kurz und Knapp
In den letzten 30 Jahren stieg die Mitgliederzahl zeitweise auf über 400 an und der Musikverein verzeichnete kontinuierliche Probenarbeit mit hervorragenden Ausbildern und Dirigenten bei Jugend und Blasorchester, was er immer wieder bei repräsentativen Auftritten für die Stadt Maulbronn, bei Stuhlkonzerten und Jahresfeiern unter Beweis stellt. Auch die Kameradschaft in den Orchestern, die hohe Einsatzbereitschaft der jungen Vorstandsschaft wie auch der passiven Mitglieder und die große Anzahl junger aktiver Musiker lassen den Verein auf eine erfolgreiche Zukunft hoffen.

Mit der Umbenennung des Musikvereins in Stadtkapelle Maulbronn e.V. im Mai 2004 wurde ein weiterer wichtiger Schritt getan, um den Erhalt des Vereins langfristig zu sichern.
 

Musikverein Maulbronn im Wandel der Zeit

So lange wie die Welt sich dreht
das eine kommt, das andere geht.

Musik schwimmt mit, im Strom der Zeit
Musik fürs Herz in Freud und Leid.

Mal frisch und frei, auch ganz ergreifend
Musik, ein Melodienreigen.

Kennt keine Grenzen, keinen Raum
Musik erfüllt uns wie ein Traum.

Der großen Meister, große Werke
sie schallen über Tal und Berge

Musik wird immer neu geschrieben,
ist auch dem Alter treu geblieben.

Ich mein und sag, das beste Stück,
ist die Maulbronner Blasmusik!


Gedicht von Irmgard Frank